| | Seitenübersicht: 10. Philips Waldlauf ++ ... und 36 Jahre später ++ | - Aktualisiert am 08. April 2011 -

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| | Der folgende Bericht gibt nicht nur den Ablauf und die Stimmung des
Philips WL im April 1975 wieder, sondern er schildert auch die
Situation der Leichtathleten des BSV Hamburg vor über drei
Jahrzehnten. Noch im selben Jahr übernahm Bernd Orlowski die Leitung
der Sparte Leichtathletik. Die Teilnehmerzahlen bei der Winterserie
haben sich seitdem Verzehnfacht! Darüber hinaus war es mir ein
Anliegen, dem (noch) Außenstehenden zu zeigen, wie so eine
Veranstaltung abläuft, dass beim Betriebssport nur Gewinner teilnehmen,
dass es spannende Auseinandersetzungen nicht nur im Vorderfeld gibt,
sondern alle ihren verdienten Beifall erhalten. Was wären letztendlich
die 1ten, 2ten und 3ten ohne die folgenden Sportlerinnen und Sportler,
was wäre ein einsamer Spitzenläufer ohne Verfolger? Einsam! - Rolf
Orlowski - |
10. PHILIPS Waldlauf
Am 8. April 1975 mit Rekordbeteiligung und Abschluss der Waldlaufserie 1974/75
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| Den
Abschluss der Waldlaufsaerie 1974/75 bildete traditionsgemäß der
Philips-Waldlauf im Niendorfer Gehege. Der Jubiläumslauf war für den
Veranstalter Anlass, eine neue, abwechslungsreiche und genau vermessene
Strecke zu präsentieren. Schon Wochen vorher begutachtete ein junger
Ingenieur aus dem Philips Forschungslabor die Strecke, prüfte
Bodenverhältnisse, beobachtete Windrichtungen, unternahm schließlich
selbst mehrere Testläufe. Trotz der wissenschaftlichen Vorbereitungen
konnte er nicht verhindern, dass am Starttag ein quer liegender, kahl
geschlagener, mit 62,4 cm Durchmesser nicht übersehbarer Baumstamm die
Männerstrecke versperrte. Nun, keiner der Teilnehmer nahm Anstoß an
diesem unerwarteten Hindernis oder stieß sich gar daran, war der Boden
zudem an dieser Stelle noch besonders aufgeweicht und glitschig. Jeder
nahm auch in der dritten Runde mit Bravour diese Hürde - gab sie doch
dem Lauf einen Hauch von Cross. Mit fast zwei Metern Umfang lag dieser
übrigens weit über dem bei internationalen Crossläufen üblichen Maß. Na
bitte. | | | | Um 14:10 Uhr startete der erfahrene Kampfrichter Bruno
Dreher den ersten Laufwettbewerb. Gemeinsam begaben sich 11 C-Senioren
und 10 B-Senioren auf den zweimal zu durchlaufenden Rundkurs.
Schnellster auf dieser 1900 m langen Strecke war der unverwüstliche
Karl-Heinz Gärtner von der Commerzbank. Leicht, locker und mit einem
freundlichen Lächeln für den Zielfotografen siegte er bei den
B-Senioren in ausgezeichneten 6:37,4 Minuten. Den Gesamtsieg der
Waldlaufserie hatte er sich bereits nach dem 3. Lauf gesichert. Mit 4,8
Sekunden Rückstand kam Klaus Biege, Texaco, auf den zweiten Platz und
mit abermals 4,8 Sekunden Abstand erreichte Ronald Zimmer, Schw. Hall,
den dritten Platz. Mit dieser Platzierung konnte er sich in der
Gesamtwertung um einen Rang verbessern. Erwähnenswert ist noch der
achte Platz des schwergewichtigen Diskuswerfers Reiner Bögeholz,
Philips, der mit einem furiosen Endspurt noch zwei Läufer hinter sich
lassen konnte und damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem
Vorjahr zeigte. Beständige Form bewies nach wie vor Kay Brodersen, BfG.
Er kam mit 6:52,0 Minuten als fünfter von 21 Läufern ins Ziel. Das
bedeutete Sieg bei den C-Senioren und Gewinn der Waldlaufserie. Bei den
A-Senioren vermisste man den Favoriten auf dieser Strecke, Karl-Heinz
Meyer. So kam Gerhard Brinkmann, Haspa, mit 9:08,8 zu seinem ersten
Waldlaufsieg. Dicht auf den Fersen folgte Dieter Breitzke, FA
Eimsbüttel. Er benötigte 9:11,8 Minuten für die 2800 m. Für Fachleute
völlig verblüffend der dritte Platz von Manfred Meier, Philips. Er
überraschte auf der Zielgeraden Wolfgang Göthe, Dresdner Bank, und
konnte ihn mit einem rasanten Schlussspurt auf den vierten PLatz
verweisen. Das ließ an frühere Glanzzeiten erinnern. | | | | Am Start noch Schlusslicht schob sich Rolf Orlowski,
Philips, in den drei Runden langsam nach vorn und konnte sich mit dem
erreichten fünften Platz in der Serienwertung gleich um fünf Plätze
verbessern. Waldlauf kann somit auch am letzten Veranstaltungstag noch
spannend sein. Das Feld der 13 Läufer kontrollierte von hinten Jürgen
Schultz, Philips, der in dieser Waldlaufsaison seine läuferischen
Qualitäten entdeckt hat und sich mit Alex Bremer, Philips, spannende
Zweikämpfe lieferte. | | | | Spannend versprach auch der anschließende Wettkampf
der Sprinter zu werden. Die Sprintwertung war zwar schon zu Gunsten von
Wolgfang Schröpfer, Texaco, entschieden, doch war der Ausgang diese
Rennens auf der bisher längsten Sprintdistanz noch völlig offen. Eine
Runde lang folgte Jürgen Hillengass, Philips, im Windschatten den
taktisch geschickt laufenden Norbert Flatau, Texaco, und Wolfgang
Schröpfer. Auf Zuruf seiner zahlreichen den Wegesrand säumenden Fans
explodierte Jürgen förmlich, schob sich vorbei, gewann Meter für Meter
und kam in 6:23,2 Minuten unangefochten das Ziel. Damit erreichte er
nicht nur Platz zwei in der Serienwertung, sondern das war gleichzeitig
sein erster Sieg bei einer Betriebssportveranstaltung. Nur eine Sekunde
trennte die folgenden Läufer untereinander. Norbert Flatau kam mit
6:29,6 auf Platz zwei. Sein BSG-Kamerad W. Schröpfer schonte sich für
die nächste Saison und begnügte sich mit 6:30,0 und dem dritten Platz,
der beinahe noch von Lothar Kreuzberger, Philips, gefährdet wurde und
mit 6:30,6 den undankbaren vierten Platz belegte. Olaf Sörensen,
Philips, sammelte zwar keine Punkte, aber der Mut der Teilnahme und
eine gute Zeit von 8:29,0 unterstreicht seine Vielseitigkeit. Ein
Beweis, den viele Zuschauer schuldig geblieben sind. | | | | Übungsleiter Manfred Meier ließ es sich nicht nehmen, den folgenden Start der Seniorinnen und Damen anzukündigen. Sein virtuos bedientes Megaphon
verscheuchte zwar Singvögel und Rotwild (kann bei Trainingsläufen
tatsächlich beobachtet werden), lockte aber zahlreiche neugierige
Spaziergänger an. Zwei (!!!) Seniorinnen und immerhin acht Damen wagten
sich auf den 55o m langen Rundkurs. Das Seniorinnenduell entschied mit
5:30,0 Minuten Hannelore Drobisch, HEW, für sich. Ihre Konkurrentinnen
hatten nicht mehr als notwendig getan und auf eine Teilnahme
verzichtet. So konnte sie ihr Punktkonto optisch verbessern. Meike
Möller, Philips, gab mit ihrem ungefährdeten zweiten Platz einen
hervorragenden, verpflichtenden Betriebssporteinstand. | | | | Susanne Gärtner, Commerzbank, konnte nicht verhindern,
auch beim fünften Saisonstart den ersten Platz zu belegen. Die zweimal
550 m lief das Naturtalent "Susi" mühelos in 4:30,6 Minuten. Sechs
Sekunden später kam Christiane Röper, Texaco, ins Ziel, die auch in der
Gesamtwertung mit sechs Punkten einen ungefährdeten zweiten Platz
belegen konnte. Hannelore Walter, Allianz, gab leider nur eine
Gastvorstellung und so wurde ihr hervorragender dritter Platz in 4:39,6
Minuten für die Waldlaufserie nicht gewertet. Stürmischen Beifall gab
es für Monika Strocka, Philips, die sich mit phantastischem Endspurt in
4:44,6 den vierten Platz erkämpfte, 1,8 Sekunden vor Hanne-Lore
Stragies, Tschibo. Ihr Trainingsfleiß wurde mit dem dritten Platz in
der Gesamtwertung belohnt. | | | | Für zukünftige Betriebssportstarts empfahl sich auch
Margret Niethmann, Philips, die sich mit 5:20,8 Minuten respektlos
zwischen Rosemarie Rinck, Allianz und Brigitte Härtel, Commerzbank,
mogelte. | | | | Trotz dieser guten Leistungen scheint es sich leider
noch nicht herumgesprochen zu haben, dass Frauenlauf auch
Mannschaftssport sein kann, wie er im anschließenden Hauptlauf der
Männer mehr als deutlich dokumentiert wurde. 56 namentlich erfasste
Mittel- und Langstreckler, darunter 15 Mannschaften, drängelten an der
Startlinie, als Bruno Dreher mit ruhiger Hand zum letzten Mal
gebieterisch die frisch geölte Startpistole hob. Welch ein erhabenes
Gefühl für einen BSG-Kampfrichter. | | | | Dreimal war eine Runde von 2100 m zu laufen. Dreimal
musste das quer liegende Hindernis bewältigt werden. Dreimal passierte
man mit schielendem Blick die beiden Tee-ohne-Rum-Behälter. | | | | Der Rauch des auf Anhieb gelungenen Startschusses war
noch nicht verflogen, als Bernd Orlowski, Philips, die Initiative
ergriff, ein scharfes Anfangstempo vorlegte und sich an die Spitze
setzte. Gegenüber den vorangegangenen Startklassen war eine vorzeitige
Entscheidung im Hauptlauf noch nicht gefallen. Fest stand, dass der
Sieger der Serienwertung Bernd heißen würde. Nur ob Fölschow oder
Orlowski musste noch ermittelt werden. Beide hatten zwei erste Plätze
zu Buche stehen. Das Publikum durfte sich auf ein spannendes Rennen
freuen. | | | | Nach der ersten Runde hatte B. Orlowski gegenüber
seinen hartnäckigen Verfolgern G. Seemann,Philips, A. Hallex, HEW, und
H. Klagge, Dresdner Bank, 20 m Vorsprung. In der zweiten Runde konnte
Gerd Seemann aufschließen. Den beiden Führenden gelang es sogar, den
Vorsprung auf 40 m auszubauen. Damit war bereits frühzeitig eine
Vorentscheidung gefallen. In der letzten Runde behielt die große
Routine des ehemaligen Hamburger 10 000 m - Meisters die Oberhand. Der
aus dem Profilager zurückgekehrte Gerd Seemann siegte in der
phantastischen Zeit von 20:59,0 Minuten und setzte damit neue Maßstäbe
für zukünftige Läufe. Bernd Orlowski
benötigte für die 6300 m 21:09,0 Minuten. Als schnellster
Pfeifenraucher (Richmond Navy Cut macht schnelle Männer schneller)
belegte er den zweiten Platz und gewann damit die Waldlaufserie 1974/1975.
In zeitlicher Reihenfolge belegte Alfred Hallex, der in Klasse II
(Vereinssportler) startete, mit 21:23,4 den dritten Platz vor Gerhard
Brinkmann, Haspa, der nach seinem siegreichen Seniorenlauf noch
genügend Luft hatte, um 21:33,2 zu laufen. | | | | Bernd Fölschow konnte wegen einer dreiwöchigen durch
Verletzung bedingten Trainingspause nicht wie gewohnt auftrumpfen und
belegte trotzdem noch mit 22:06,0 einen ausgezeichneten vierten Platz.
Der zweite Platz in der Serienwertung war ihm schon vor Beginn des
Laufs sicher. Seine Leistung war wesentlicher Anteil am zweiten Platz
der Feuerwehr in der Mannschaftswertung. Den ersten Platz belegte mit
15 Punkten die BSG Philips. Neben G. Seemann und B. Orlowski war Kurt
Voss an diesem Erfolg beteiligt. K. Voss, gleichfalls passionierter
Pfeifenraucher (er schwört auf Mac Baren´s), Senkrechtstarter am
Betriebssporthimmel, musste im vergangenen Jahr noch zum Start
geschoben werden, lieferte sich einen packenden Dreikampf mit
Karl-Heinz Gärtner und Jürgen Schliemann, Feuerwehr. Doch die Erfahrung der beiden routinierten Volksläufer setzte sich durch. | | | | Nicht nur in der Spitzengruppe wurde um jeden Meter gerungen. Nur zwei Zehntelsekunden trennten Gerd Kaeding,
Gaswerke, und Heinrich Hunck, Dresdner Bank, im Ziel. Dramatischer war
es noch bei Peter Bich, Allianz, und Bernd Glaser, Philips. Selbst das
Zielfoto konnte nicht Klarheit verschaffen. So wurden beide mit 27:17,0
Minuten auf Platz 36 gesetzt. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es zwischen Dr. Kurt Polzhofer, Rapid, und Wolfgang Saß,
Coop, um Platz 27 und 28, das Dr. K. Polzhofer mit beachtlichen 25:55,0
für sich entschied und damit seinen zehnten Waldlauf in dieser Serie
erfolgreich absolvierte. Eine stolze Leistung. | | | | Letztlich gab es bei dieser Veranstaltung nur Sieger. Dafür sorgte, last but not least, der unermüdliche Wolfgang von Lewinski, der darauf achtete, dass auch alle Läufer das Ziel erreichten. - Rolf Orlowski - | | |
 | | Männer Hauptfeld über 6300 m. 56 Läufer warten auf
den Startschuss. Trotz nasskalten Wetters sprach der Veranstalter von
einem neuen Teilnehmerrekord. |
 | |  | |  | | Eine Aufnahme, bei der sich heute mancher
Betriebssportler die Augen reibt. Bernd Orlowski, 1. Vorsitzender des
BSV, in führender Position. Die Verfolgergruppe wird von Gerd Seemann
angeführt. |
| Laufnovize Jürgen Schultz hat es geschafft. Seit
Einführung des Champion Chips beim Betriebssport ist er für die moderne
Zeitmessung und schnelle Erstellung von Ergebnislisten
mitverantwortlich. Im Zielbereich fleißige Helfer, die in Listen die von
Hand gestoppten Zeiten eintragen. |
| Positionskampf zwischen Karl Heinz Gärtner (63),
Kurt Voss (46) und Jürgen Schliemann (54). Alle drei Läufer sind heute
(im Jahr 2003) noch dabei. |
... und 36 Jahre später
Am 2. April fand im Niendorfer Gehege der 46 Philips Waldlauf statt |
Das Gästebuch ist am Schluss der Homepage eingerichtet. Eigentlich wollte ich auf meiner Homepage jegliche Werbung vermeiden. Aber auf folgenden Hinweis kann ich auf Grund meiner sehr guten Erfahrungen einfach nicht verzichten. Der Rechtsanwalt: www.ramarcschmidt.de |