Seitenübersicht:    25. Oktober - 10. Dezember 2002:  Picture at an exhibition, New York City Marathon / Epilog
 Aktualisiert am 25. Juli 2010 21:38 Uhr



    25. Oktober - 10. Dezember 2002                                                           Picture at an exibition, New York City Marathon

       In der o.g. Zeit fand auf dem Gelände von Philips Medizin Systeme eine Ausstellung zum Thema Betriebssport sowie Philips Leichtathletik statt, eingebettet in den New York City Marathon. 

Die Galerie im Keller existiert schon lange. Es muss in den 80iger Jahren gewesen sein, als die Idee geboren wurde, den tristen Kellergang zwischen Fahrstuhl und Aufgang zur Kantine für Ausstellungen zu nutzen. Auf einem kleinen Anschlag neben der ersten Präsentationstafel ist zu lesen, dass man hier „Gelegenheit hat, seine künstlerischen Talente einem größeren Kreis vorzustellen.“ Von den Kollegen, die bei den verschiedensten Anlässen meine Fotografien und Reisebeschreibungen kennen gelernt hatten, bin ich wiederholt angesprochen und ermuntert worden, diese Möglichkeit der Darbietung zu nutzen, ebenso von Herrn Sachße, dem Verantwortlichen der Ausstellung. Bei einer erneuten Begegnung im Januar 2002 sagte ich zu. Herr Sachße und ich einigten uns auf den 1. März 2002 als Ausstellungsbeginn. Nach 2 Wochen, die Großfotos waren in der Zwischenzeit entwickelt worden, erläuterte ich Herrn Sachße, wie ich mir die Präsentation vorstellte und zeigte ihm Fotos sowie einige Bildbeschreibungen. Er war sehr angetan und wollte unbedingt, dass ich die Verrazano-Brücke mit einband. Er entpuppte sich als Brückenfreak und kannte, selbst nie in New York gewesen, alle technischen Details dieser berühmten Hängebrücke. Die Zeit verstrich, es wurden andere Präsentationen vorgezogen und ein neuer Termin Anfang Juli vereinbart. Erneut vergaß man, dass ich auf der Warteliste stand, Entschuldigungen und schließlich die feste Zusage für den Monat Oktober folgten. Im Grunde genommen war es mir recht. In dieser Jahreszeit ist der Publikumsverkehr größer. Ich hatte genügend Zeit, noch einmal die Texte kritisch zu überarbeiten. Eine Woche vor Beginn der Ausstellung wurden mir die Pappen für den Bildhintergrund ausgehändigt, grüne und graue waren noch in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden. Herr Sachße empfahl mir für eine Kellergangseite grüne und für die gegenüberliegende Seite graue Pappen zu verwenden. Doch ich entschied mich, farbige Pappen abwechselnd aufzuhängen. Später gab er mir zu verstehen, dass diese Anordnung wirkungsvoller war. Ich konnte die Wechselrahmen, die für die laufende Ausstellung nicht benötigt wurden, mit nach Hause nehmen und Fotos und Texte in aller Ruhe arrangieren. Am 25.10.2002, 15Uhr30, hingen die Bilder. „Endlich wird der angebotene Platz wieder nach langer Zeit komplett genutzt!“ meinte Herr Sachse und versprach außerdem, dass einer der defekten Strahler vom Betriebstechnischen Dienst umgehend ausgetauscht wird.                                      - Rolf Orlowski -

   
Sie ist eine Stadt voller Kontraste, widerspruchsvoll, unbegreiflich und einfach faszinierend. Einmal im Jahr besteht die Möglichkeit, die inzwischen zum Mekka der Marathonisten apostrophierte Metropole in einem „Sight Seeing on foot“ kennen zu lernen. Keine noch so gut organisierte Bus-Stadtrundfahrt kann solch intensive Eindrücke vermitteln – hat doch am Wettkampftag die Bronx und Harlem für ein paar Stunden ihren Ruf verloren, gefährlich zu sein.  1979, während meiner ersten Teilnahme am New York City Marathon hatte ich den Entschluss gefasst, wiederzukommen und diesen einmaligen Lauf, die Atmosphäre, die Stimmung, den ganzen Ablauf von Start bis zum Ziel fotografisch festzuhalten. Bis heute habe ich keine vergleichbare Veranstaltung kennen gelernt.

1987 zogen über 100 Hamburger Betriebssportler aus, um diese Stadt im Laufschritt zu erobern. Bei meinem mittlerweile dritten Start in NYC stimmten die äußeren Bedingungen, und ich gesellte mich zu einer Gruppe von 11 Hamburger Läufern, zu der auch zwei weitere Philips - Sportler gehörten und die sich einen Lauf „unter fünf Stunden“ vorgenommen hatten. In einer speziellen Tasche am Gürtel hatte ich ausreichend Filmmaterial, geschützt vor Schweiß und den zu erwartenden kühlenden Wasserstrahlen aus den Rohren der New Yorker Feuerwehr. Am „langen Arm“ hing schnappschussbereit „die gute alte Canon AE-1“. Nicht alle Eindrücke können aus Platzgründen hier fotografisch wiedergegeben werden. Doch vielleicht fühlt sich der eine oder andere aus der wachsenden Schar von Marathon-Läufern, auch bei Philips Medizin Systeme, animiert und macht sich sein eigenes Bild. Es lohnt sich.     -  Rolf Orlowski -

   
Nach Fertigstellung gehörte die Verrazano Narrows Brücke zu den längsten Hängebrücken der Welt. Zu diesem Zeitpunkt dürften die Konstrukteure bestimmt noch nicht an die jährliche Belastung von mittlerweile 60 000 Beinen gedacht haben, die den Untergrund ins Schwingen und Vibrieren bringen. Man glaubt, die Haftung zum Boden zu verlieren und auf einem Magnetfeld zu schweben. Ein phänomenales bis dahin nicht gekanntes Gefühl. Man muss es selbst erlebt haben. Wer den Blick nach oben richtet, sieht tausende Luftballons aufsteigen, rechts und links schießen Wasserkanonen eines Feuerwehrbootes blau - weiß – rote Fontänen in die Luft und in den Ohren dröhnen die Rotoren der vielen Helikopter. Ein 42,195 km langes Happening hat begonnen. Diese Aufmerksamkeit lässt Schauer den Rücken herunter laufen. Die Stimmung ist fröhlich, voller Erwartung bei den Novizen unter den Läufern, noch reicht die Kraft, um in die Kamera zu winken. Erinnerungsfoto von Staten Island, dem ersten der 5 New Yorker Stadtteile, die im Laufschritt erobert werden sollen.
  - Rolf Orlowski -


   


Lafayette
Ecke Bedfort Avenue, 15 km sind zurückgelegt. Während sich die Fernsehkameras auf die vermeintlichen Favoriten konzentrieren, gilt die weitaus größere Aufmerksamkeit der Zuschauer, die sich an den Straßenrändern und Kreuzungen drängen, den Hobbyläufern, ihren Freunden und Verwandten, die am Lauf teilnehmen Es herrscht allerorts eine aufgeschlossene Atmosphäre, und es ist völlig gleichgültig, wo man sich im Läuferfeld befindet, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft sind einfach überwältigend. Es werden Obst, Getränke und Süßigkeiten gereicht – und immer wieder hört man freundliche, aufmunternde Worte.
  - Rolf Orlowski


   

Endlich, das Ziel im Central – Park, die Philips-Läuferin hat das Ende der „blue line“ erreicht. Zum Erstaunen der Helfer unterbreche ich meinen Schlussspurt, um die Szenerie festzuhalten. – schließlich sind es Apothekerpreise, die die Amerikaner für das begehrliche Zielfoto verlangen - trotzdem bestellen wir es uns später. Der Einlauf wird von laufenden Kameras dokumentiert, um später eine exakte Ergebnisliste zu erstellen. „Congratulations“. Die Medaille wird umgehängt, man registriert es kaum, eine bunte Aluminium-Folie schützt vor Auskühlung. Man wird durch ein Spalier von Helfern geschleust. Getränke werden gereicht. Die weiblichen Teilnehmer erhalten eine Rose. Dann stellt sich ein Glücksgefühl ein, das den Strapazen Hohn spricht: Schade, dass alles schon vorbei ist.          - Rolf Orlowski -

Epilog

  
Eine Ausstellung in dieser Form war in den Räumen von Philips Medizin Systeme bisher nicht gezeigt worden. Neben der Werbung für den Betriebssport und der Philips Leichtathletik sowie dem Anfang November stattfindenden NYC – Marathon und schließlich den weltbewegenden Ereignissen in dieser Stadt, erwartete ich ein zusätzliches Interesse an den Bildern. Daher war ich neugierig auf die Reaktion der Mitarbeiter. Ein Feedback gab es nur von den Kollegen, mit denen ich direkt zusammenarbeite.
Hier eine Auswahl der Stimmen und Reaktionen:
Barbara, Thorsten, Thomas (Mitarbeiter aus dem näheren Umfeld) sind sehr angetan / Renate Ernst (Betriebsrat) ruft mich begeistert an / Klaus Krassowski (Illustrator in der Dokumentation) voll des Lobes, sehr beeindruckt von den Bildunterschriften / Cornelia hat sich die Bilder schon mehrmals angeschaut und fiel besonders die Fröhlichkeit einiger Fotos auf / kurze Kommentierung von Uwe  (Entwickler, Marathonläufer und immer in Eile) / Jürgen Ohlde (Wareneingangskontrolle, Betriebssportler und Hobbyfotograf) besucht mich spontan am Arbeitsplatz, will seine Kollegen auf die Ausstellung aufmerksam machen / Ralf Path (Prüfplatz in der Systemmontage) „Was, Sie sind da mitgelaufen?“ und schlägt mir anerkennend auf die Schulter / Dörte H.  (Applikation und Triathletin) gibt ein kurzes Statement ab / Margot (sympathische Kollegin zu meiner Linken) bereits ausführliche Kommentierung am ersten Ausstellungstag, sehr angetan vom Schreibstil / Bernd (Qualitätsstelle) verhaltener Beifall, fotografiert selber und erzählt sehr ausführlich von seinen eigenen Bildern / Holger  (Entwicklungsleiter) hat im Vorbeigehen zwei Polizisten gesehen, will aber nochmals genauer hinschauen / Harald (Systemvormontage) gibt wie gewohnt von Dingen, die er nicht übersieht, eine lockere Kommentierung von sich / Hans-Joachim Stark (Leiter Qualitätssicherung) spricht von dem "bestimmt vorhandenen, unvergesslichen läuferischen Erlebnis" / Manfred Wallis (Qualitätssicherung) "...ach, das sind deine Fotos, das hätte ich mir bei der Qualität auch denken können!" / Mattias Skotarczak (Entwickler und Läufer) sehr erfreut „... da hast du dir aber viel Mühe gemacht,“ will die anderen Marathonläufer informieren.
Die Resonanz bei Vorgesetzten war gleich null.
Am 10.12.02 wurden die Bilder von Herrn Sachße wieder abgenommen.
- Rolf Orlowski -



Das Gästebuch ist am Schluss der Homepage eingerichtet.

Eigentlich wollte ich auf meiner Homepage jegliche Werbung vermeiden. Aber auf folgenden Hinweis kann ich auf Grund meiner sehr guten Erfahrungen einfach nicht verzichten.

Der Rechtsanwalt: www.ramarcschmidt.de

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